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Oktoberfest in Honolulu

Oktoberfest in Honolulu

Bier, Bratwurst, hübsche Mädchen und Jungs in Tracht. Noch mehr Bier, Brathendl, neues Lipgloss wird aufgetragen, Schlager, die Stimmung ist gut, na komm, noch ein Bier, …und zum Schluss, auf dem Rückweg dann noch gebrannte Mandeln oder ein Lebkuchenherz vom Schwarm/Freund/Freund des Tages und besagten Jungen dann noch überzeugen müssen, dass eine Fahrt auf´m Karussell wirklich keine so gute Idee wäre, mmh, aber morgen, versprochen, Kuss! Münchner Wiesn, das Original. Btw – nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei (auch als Nicht-Biertrinkerin). :)

Warum auch immer, gibt es die Nachmacherstädte, die ein eigenes “Oktoberfest” feiern wollen. Köln, Honolulu, wer weiss, es gibt sicher sogar eines in Alaska. Meine deutschen Kommilitonen und ich waren jedenfalls gespannt, wie ein Oktoberfest auf Hawaii so aussieht. In der Ankündigung stand, dass sich der Veranstalter mit dem “German Club” der University of Hawaii zusammengetan hatte, um möglichst nah an das Original zu kommen. Es fand Freitag, Samstag und Sonntag statt, wobei wir nur Freitag abend zugegen waren. Und naja, stilecht ist anders. :)

1. Zelte
Statt 14 Zelten gab es uhm gar keines. Es fand sowieso komplett draussen statt, auf einer eigens dafür abgesperrten Strasse. Was in Anbetracht der warmen hawaiianischen Nächte (so um die 24 Grad) auch irgendwie Sinn macht.

2. Sitzbänke
Gab´s leider nicht. Man stand so rum.

3. Bier in einer Maß
Habe ich jetzt auch nicht unbedingt gesehen. Dafür gab´s z.B. Barcardi Cola für $5. Echte Wiesn-Fans hätten wahrscheinlich geweint. Die Amis hat es trotzdem gefreut, da es hier (abgesperrt und mit einem Bändchen, dass man sich für $5 erwerben musste) erlaubt war, endlich mal auf der Straße Alkohol offen trinken zu dürfen, ohne diesen in einer peinlichen braunen Tüte verstecken zu müssen.

4. Menschen in Tracht
Jup, die gab´s, wie man auf einigen der Bilder sehen kann. Aber da wir auf Hawaii sind, waren statt vieler blonder Mädels eher zurechtgemachte Asiatinnen im Dirndl unterwegs. Und noch etwas, was ich in München nicht gesehen habe: blinkende Dirndl. Mit Lichterketten. Hmm. Geschmackssache, würde ich sagen.

5. Hendl, Bratwurst, Obatzda
Erstes gab es nicht, von Obatzda haben die Amis glaube ich noch nie gehört und die Bratwurst wurde als eine Art Hot-Dog verkauft, mit Krautsalat und Senf in einem Pappbrötchen. Hab es aus vegetarier-Gründen nicht gekostet, aber eine Freundin meinte: nicht gut. Schade.

6. Kapelle & typische Wiesn-Hits
“Die Häände zum Hiiiiimmel….” – nein, leider auch nicht. Kein Anton aus Tirol, keine kölschen Lieder, nicht mal Rammstein (was ausnahmslos jeder Ami zu kennen scheint). Hatte mich jetzt aber auch nicht besonders überrascht. Stattdessen hat eine Band Gitarren-Songs zum besten gegeben. Nicht von Nachteil, denn seien wir mal ehrlich – wegen der Musik haben sich die Wiesn nicht so zum Besuchermagneten entwickelt.

7. Na Servas – Stimmung
Die Stimmung war trotz der oben genannten Defizite ausgesprochen gut. :) Das ganze hatte zwar wirklich fast nichts mit einem Oktoberfest zu tun, war als Aufhänger für ein ein cooles Straßenfest in einer lauen Sommernacht mit vielen Leuten, Essen, Musik, Alkohol aber nice. Um 22h war das ganze zwar vorbei (das immerhin ist ja Wiesn-stilecht), dafür haben sich die Leute dann in den Clubs in Downtown und Waikiki verteilt. Wir waren anschliessend in einer Open-Air-Lounge in Downtown unterwegs, sehr zu empfehlen! Endlich mal kein Hiphop und die Stimmung auch nicht so Malle-like wie in manchen Clubs in Waikiki. Und wie gesagt – echte Wiesn-Stimmung gibt´s  halt nicht in Köln, Stuttgart oder in Alaska, sondern nur in München.

8. Etwas deutsches zum Abschluss
Irgendwann am nächsten Tag traf ich einen Nachbarn im Fahrstuhl, der sich ein paar deutsche Worte auf den Oberarm hatte tätowieren lassen. Oh nein, dachte ich, bitte kein Nazi-Scheiss. Dem war nicht so – da stand stattdessen: “Bitte nicht auf mich treten”. Ist ja bestimmt ähm praktisch, wenn man in Deutschland oder auf Mallorca am Strand liegt. :D Was mein Nachbar eigentlich damit sagen wollte, habe ich leider – zugegebenermaßen – vergessen. Irgendein englisches Saying, das möglichst nah ins deutsche übersetzt werden sollte. Habe mich jedenfalls gefühlt wie eine von den kleinen weisen asiatischen Ladies, die sich ein bisschen ihr Lachen verkneifen müssen, wenn mal wieder jemand mit einem “Erbsen-Saté-Hühnchen”-Schriftzeichen Tattoo auf chinesisch/japanisch/whatever-vorbeiläuft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teaser-Bild: special thanks to sanfamedia.com

 

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